TEXT TRANSVANGUARDIA (D)
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10 Stufen von der Trans-Avantgarde entfernt

Gedanken aus einer Autobiographie von Juan Barber√° in Bezug auf die italienische Trans-Avantgarde
20. Dezember 2007

Ich habe in einem runden Haus gewohnt, das zur gleichen Zeit mein Atelier war.
Vom inneren Balkon aus sah ich das Flattern der Tauben, der wei√üen und grauen, deren Farbe wie schmutzig wei√ü marmoriert aussah und den bleigrauen mit metallisch gr√ľnen Reflexen.
Sonntags verweilte ich beim Anblick des Gewimmels der Leute, die die Plaza bevölkerten,
während ich dem Geräusch der Vögel in ihren Käfigen und den Liedern von Manolo Escobar lauschte,
wie wenn sich ein Ganzes zu einem einzigen Ger√§usch von streitenden H√§hnen zusammengef√ľgt h√§tte,
die jeweils ihren Schrei vor dem der √ľbrigen behaupten wollten.
Das alles war ein flie√üendes Magma, ohne Feuer auszusto√üen, im Gegenteil, sie glichen aschefarben den Spitzen ausgel√∂schter Zigarren, die sich wie ein verseuchter Flu√ü zur M√ľndung auf der anderen Seite der Welt begeben,
vielleicht zur Sargasso-See oder, noch schlimmer, zum Toten Meer.
Unterdessen malte ich ein Bild mit dem Staub den ich zu sammeln pflegte, indem ich höchst vorsichtig fegte,
um nichts in den M√ľll zu werfen und daran klebte alles einschlie√ülich von Kippen der Kategorie Zigarre;
denn zu jener Zeit war ich ein gieriger Raucher, verbrannte mit jedem Zug einen zerbrochenen Traum
und fing von vorne an.
Meine Fingerkuppen hatten Nikotinflecken und meine Unterlippe fing an, sich um eine Hornhaut zu vergr√∂√üern, die aufgrund des Tabakbrennens immer h√§rter wurde, ohne im Gegenzug daf√ľr Genu√ü zu erhalten.
Es war eine Zeit des Wartens f√ľr die K√ľnstler meiner Generation, eine Zeit, die langsam verstrich, wie das fast erloschene Gemurmel der Tauben bei ihrem Gurren im Taubenschlag.
Der ganze W√§schest√§nder auf dem Balkon war verseucht mit Taubendreck, und ich machte daraus eine transzendentale Kontemplations√ľbung der angeh√§uften Sch√§tze, die mir von der g√∂ttlichen Vorsehung geschenkt waren; denn die wei√üen Stalaktiten bildeten danteske, surrealistische Formen von etwas Unber√ľhrbarem, das aber an irgend etwas erinnerte, an eine Figur, die Giacometti selbst sich f√ľr seine k√ľnstlerische Choreographie gew√ľnscht haben w√ľrde, oder die Picasso h√∂chst selbst inspiriert h√§tte, um eine Beerdigung der Sardine zu modellieren, oder irgend einen K√ľnstler des √ľberladenen barocken Manierismus dazu hingerissen h√§tte, seine stilisierten Gespenster zu formen, wie im Raum verteilter Rauchgeruch; was wei√ü ich.
Und wenn ich von einem l√§nglichen, sehr l√§nglichen Schatten spreche, der f√ľr ein paar Stunden die Stadt Valencia erleuchtete, dann beziehe ich mich auf Aquille Bonito Oliva, den Kopf eines Projektes, das f√ľr K√ľnstler mit zerstreutem Charakter gedacht war, der sogar den Namen der in Konserven eingemachten Brassen tr√§gt und zur Aula der heiligen K√ľhe des Olymps der Kunst geh√∂rt.
Ich lernte ihn auswendig kennen, aus Erinnerung, aus erregter Abwesenheit.
Ich m√∂chte sagen, er war nur knappe zehn Stufen von meinem runden Studio entfernt, zehn verdammte Stufen, die mich vielleicht vom absoluten Ruhm trennten, falls mein Werk aus magischem Staub, aus Zigarettenkippen und Taubenkot mit seinen Ausd√ľnstungen, seinen ekelerregenden D√§mpfen oder besudelndem Bes√§ufnis ihn begeistert h√§tte, imstande ihn wie einen S√§ugling einzulullen und ihn mit den Jahren mit dem Konzentrat sahniger pasteurisierter Milch zu stillen, die vermischt w√§re mit den Meisterwerken der Taubenmistskulptur und dem einen oder anderen Hundehaufen, von dem ich zur Erinnerung Exkremente aufbewahre, und die sogar Bestandteil von mit den H√§nden gemalten materiellen Bildern wurden, ja sogar f√ľr einige Bilder zur Inspiration eschatologischer Titel wurden.
W√§hrend der l√§ngliche Schatten weiter unten seine N√§gel kratzte, horchte ich angestrengt, ob mir unter all den Schatten das Licht erscheinen w√ľrde, wartete den ganzen Tag auf die Erscheinung des Messias, die niemals eintraf.
Jemand, der vielleicht ein ansteckendes, vielleicht klebriges, halluzinogenes Parf√ľm besa√ü, erregte die Aufmerksamkeit der heiligen Kuh und dort, zehn Stufen unterhalb, wurde der Akt vollzogen.
Ich weiß nicht ob Liebesakt oder ein unanständiger, aber nach einer Weile wurde es still und ein paar ermattet schleppende Schritte hörten auf, zur Welt der Lebenden zu gehören, und der Schatten verschwand, als ob nichts geschehen wäre.
In einer so knappen Entfernung befand ich mich zur italienischen Trans-Avantgarde, die durch das Sieb und zwar das mit der Herkunftsangabe ¬Ąaus Spanien¬ď gegangen war.
Ich hatte ¬Ė oder hatte nicht¬Ė zu einer Herde geh√∂rt, die friedlich auf den Feldern Gottes geweidet hatte.
Wer weiß, ob ich nicht der spanische Nino Paladino oder der valenianische Enzo Cucchi geworden wäre.
Jetzt aber schreibe ich von ihren antreibenden Einfl√ľssen, um wie ein Analyst jener Revolution zu gedenken, die uns K√ľnstler so sehr beeinflu√üte, die wir darauf warteten, dass uns der Erl√∂ser erscheine, und die wir in jener Bewegung den Weg zum Ruhm sahen, zum Reichtum und zur Konsolidierung der Malerei-Malerei; gen√ľgend Gr√ľnde um sich wegen einer Str√∂mung von internationalem Ruhm lieben zu lassen.
Ich habe sie mit den Haaren meiner Arme wie Haken gestreift, weshalb sich die Sache so zusammenfassen lässt, dass das Leben und die Kunst eine paradoxe Abfolge von Zufällen sind.
Sie können aus Träumen Wirklichkeit werden lassen oder umgekehrt.
Ich m√∂chte sagen, ich verdanke der italienischen Trans-Avantgarde viel, daf√ľr dass sie in einer Gesellschaft, die kaum an Medienph√§nomene gew√∂hnt war und allem voran nur ans Gesch√§ft dachte, hermetisch verriegelte Schl√∂sser ge√∂ffnet hat.
Mein Dank geht an jenen, der mich ignorierte ohne es zu wissen und in meinem Herzen ein Samenkorn zuk√ľnftiger Rache ges√§t hat, der wiederkommen wird, um die Wunde zu √∂ffnen und, wer wei√ü, ob er nicht neue S√§fte f√ľr neue k√ľnstlerische Bewegungen ¬Ėdurchs Wasser gegangen oder nicht¬Ė bringen wird; sie werden jedenfalls die Kunst der neuesten Avantgarden befruchten.

Der Einfluss Paladinos l√§sst sich nicht leugnen. Er handelte seiner Zeit wie ein Ventil als das k√ľnstlerische Panorama Spaniens im Allgemeinen und Valencias im Besonderen gegen den Strom schwamm.
Daher war es, dass er obenauf trieb, vielleicht an Land geschwemmt von jenem Mediensturm, den die K√ľnstler meiner Generation so sehr vermi√üten.
Eine ausweglose Realit√§t in der Jeder und Jede sich bem√ľhten, heimlich alle und jede der Situationen zu √ľberwinden, die alle K√ľnstler am Rande irgendeines M√§zenatentums oder offiziellen Protektionismus durchmachten.
Jenes kulturelle Zentrum, das unter dem Schutz eines konzeptuellen Leiters wie Bonito Oliva stand, schuf die Voraussetzungen daf√ľr, dass die von den Mitgliedern der Gruppe geschaffene Kunst zum Dogma erhoben wurde und Eingang in internationalen Kreisen, Sammlungen und Museen erhielt.
Paladinos Primitivismus ¬Ėeine wilde Zusammensetzung, gewonnen aus der Erinnerung an Picasso mit gewissen Anteilen aus Urzeiten √ľberlieferter Aggressivit√§t¬Ė bewirkte, dass die Darstellungen der menschlichen Figur in jenen Jahren schon g√§nzlich an der malerischen Modernit√§t im weitest gefa√üten Sinn des Begriffs beteiligt waren.
Eine aggressive Darstellung, die mit dem banalen Klischee brach, das uns daran hemmte, ¬Ėund ich spreche aus eigener Erfahrung¬Ė, wirklich frei zu sein und in der Praxis das brisante Erbe zu sp√ľren, das zum eigenen Stil f√ľhrte, indem man dem Verlauf der Geschichte folgte und feststellte, wie sich das historische Ged√§chtnis nach und nach dem Konzept anpa√üte und dieses an die Alltagsrealit√§t in einer globalisierten Welt;
wie ein Ganzes nach Art einer Bruderschaft, in der Lage alle unter allen zu sein, indem man einen Teil des Ganzen bildet; neue Entwicklungen, neue Aufbr√ľche aus einem gemeinsamen Stamm schafft.Der Einfluss Paladinos l√§sst sich nicht leugnen.
Er handelte seiner Zeit wie ein Ventil als das k√ľnstlerische Panorama Spaniens im Allgemeinen und Valencias im Besonderen gegen den Strom schwamm.
Daher war es, dass er obenauf trieb, vielleicht an Land geschwemmt von jenem Mediensturm, den die K√ľnstler meiner Generation so sehr vermi√üten.
Eine ausweglose Realit√§t in der Jeder und Jede sich bem√ľhten, heimlich alle und jede der Situationen zu √ľberwinden, die alle K√ľnstler am Rande irgendeines M√§zenatentums oder offiziellen Protektionismus durchmachten.
Jenes kulturelle Zentrum, das unter dem Schutz eines konzeptuellen Leiters wie Bonito Oliva stand, schuf die Voraussetzungen daf√ľr, dass die von den Mitgliedern der Gruppe geschaffene Kunst zum Dogma erhoben wurde und Eingang in internationalen Kreisen, Sammlungen und Museen erhielt.
Paladinos Primitivismus ¬Ėeine wilde Zusammensetzung, gewonnen aus der Erinnerung an Picasso mit gewissen Anteilen aus Urzeiten √ľberlieferter Aggressivit√§t¬Ė bewirkte, dass die Darstellungen der menschlichen Figur in jenen Jahren schon g√§nzlich an der malerischen Modernit√§t im weitest gefa√üten Sinn des Begriffs beteiligt waren.
Eine aggressive Darstellung, die mit dem banalen Klischee brach, das uns daran hemmte, ¬Ėund ich spreche aus eigener Erfahrung¬Ė, wirklich frei zu sein und in der Praxis das brisante Erbe zu sp√ľren, das zum eigenen Stil f√ľhrte, indem man dem Verlauf der Geschichte folgte und feststellte, wie sich das historische Ged√§chtnis nach und nach dem Konzept anpa√üte und dieses an die Alltagsrealit√§t in einer globalisierten Welt; wie ein Ganzes nach Art einer Bruderschaft, in der Lage alle unter allen zu sein, indem man einen Teil des Ganzen bildet; neue Entwicklungen, neue Aufbr√ľche aus einem gemeinsamen Stamm schafft.

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